• Rezensionen

    Oh Boy

    Mediathektipp Welcher Filmstudent wünscht sich nicht, mit seinem Spielfilmdebut einen riesigen Erfolg zu feiern? Jan Ole Gerster hat genau das geschafft! Seinen Film „Oh Boy“ hat er 2010 als Abschlussprojekt an der Deutschen Film- und Fernsehakademie Berlin gedreht. Nur zwei Jahre später kam der Schwarz-Weiß-Film in die Kinos und 2013 wurde der Erfolg mit dem Deutschen Filmpreis in sechs Kategorien sowie dem Europäischen Filmpreis für den besten Nachwuchsfilm gekrönt. Was diesen Film so besonders macht? Einfach, dass er anders ist als alles, was man in der deutschen Kinolandschaft sonst zu sehen bekommt. Es ist nicht der typische Schweiger- oder Schweighöfer-Plot mit Schnulzengarantie und vorhersehbarer Handlung. Nein, „Oh Boy“ besticht durch eine…

  • Rezensionen

    Herrlich skurril! – Lorrie Moore – „Danke, dass ich kommen durfte“

    Die beste Urlaubslektüre ist diese, die auch nach dem Urlaub noch lesenswert bleibt und nicht in den Tiefen des Bücherregals versinkt, sondern immer mal wieder herausgezogen wird. Lorrie Moores im Berlin Verlag erschienener Erzählband „Danke, dass ich kommen durfte“ gehört auf jeden Fall zu diesem Typ beständiger Urlaubslektüre und sollte daher auch nach der Sommer- und Ferienzeit unbedingt gelesen werden!

  • Kultur

    Jung trifft Alt: Storyboard-Kino der Generationen

    Das Zusammentreffen von Generationen findet sich heutzutage in immer mehr Projekten und Veranstaltungen wieder. Ältere Menschen leben mit jungen Menschen und Familien in Mehrgenerationenhäusern, Studenten helfen Senioren im Alltag und beziehen dafür ein Zimmer in deren Häusern und Wohnungen. Aber nicht nur die Senioren sind dankbar für die Hilfe der jungen Hüpfer, denn auch meine Generation kann viel vom „alten Eisen“ lernen. Besonders Geschichten aus der früheren Zeit können sehr interessant sein. Viele Jugendliche entscheiden sich nach dem Abitur für den Bundesfreiwilligendienst, welchen nicht wenige in Pflege- und Altersheimen absolvieren. Auch ich durfte diese Erfahrung machen und bin heute sehr dankbar dafür, da ich vieles für mein Leben dazu gelernt…

  • Spaß

    Kerzenlichtdinner der ganz besonderen Art – Mord inklusive!

    Gourmet- und Edgar Wallace Freunde aufgepasst! Bei einem sogenannten Krimidinner erwartet den Gast ein „mordsmäßiger“ Spaß bei einem spannenden Ausflug in die Krimizeit der 60-er Jahre. Bei Kerzenschein, einem außergewöhnlichen Ambiente und einem leckeren Vier-Gänge-Menü hat man die Gelegenheit Familie Ashtonburry kennenzulernen, wird Zeuge eines mörderischen Schauspiels und hat die Aufgabe den Mord noch am Tatort aufzuklären…

  • Rezensionen

    „Open“ – Autobiografie von Andre Agassi

    „Open“ – der Titel beschreibt die Autobiografie von Andre Agassi exakt. Es ist nicht nur das Titelbild, von dem uns Agassi mit offenem, klaren Blick anschaut. Es ist jedes einzelne Wort mit dem der ehemalige Tennisprofi Herz und Kopf öffnet und den Leser an seinem Leben teilhaben lässt. Ich gebe zu, dass ich mich nie zuvor für Tennis interessiert habe und auch nach der Lektüre der Autobiografie die Regeln noch nicht vollkommen verstanden habe, dennoch hat mich „Open“ in seinen Bann gezogen.

  • Rezensionen

    Misantrophisches Kunstwerk – der neue Film von Roy Andersson

    Die letzte Szene im neuen Film des schwedischen Regisseurs Roy Andersson macht sprachlos: Britische Kolonialsoldaten zwingen afrikanische Gefangene unter Gewalt in ein riesiges Kupferfass und bereiten darunter ein Feuer. Aus den Grammophon-Lautsprechern an der Metallkonstruktion ertönt daraufhin eine Melodie des Grauens – zur Unterhaltung greiser Zuhörer, die wortlos dastehen und das „Konzert“ bei einem Glas Champagner betrachten. Der Film trägt den Titel „Eine Taube sitzt auf einem Ast und denkt über ihr Leben nach“. Als ich ihn ansah, verließ an dieser Stelle ein weiterer Zuschauer den Kinosaal. Er war nicht der erste. „Viel Spaß noch!“, wünschte er allen und kündigte erbost an, sich bei der Kinoleitung über so ein Programm…

  • Spaß

    Ein Abstecher zur deutschsprachigen Musik

    Nein, dies wird keine Lobeshymne auf Helene Fischer und Konsorten. Denn auch wenn gerade diese Künstler besonders bekannt sind, hat die deutschsprachige Musik doch noch einiges mehr zu bieten als Diskofox und Co. Besonders kleine, größtenteils unbekannte Künstler haben viel zu bieten und machen Lust auf mehr. Hier ein kleiner Appetitmacher für alle, die sich gerne mal mit guter deutscher Musik beschäftigen möchten. Besonders in der rockigen Szene haben deutsche Bands einiges zu bieten. Neben den bekannten Gruppen wie „die Ärzte“ oder „Rammstein“ ziehen viele andere Bands große Kreise unter den Fans der Rockmusik.

  • Kultur

    Entweder man liebt sie, oder man hasst sie…

    Die Oper. Von vielen hoch geschätzt, von anderen als verstaubt und elitär abgewertet. Während die einen die Oper in erster Linie als einen Versammlungsort aller Spießbürger sehen, die durch ihre Anwesenheit lediglich ihre gesellschaftliche Stellung bestätigen möchten, gilt sie für viele andere Kulturfreunde als eine zeitlose Form musisch-ästhetischer Bildung – sie ist ein Stück Zeitgeschichte. Nicht umsonst wird die Oper als die emotionalste aller Kunstformen angesehen. Vor dem Opernbesuch schnell in den Anzug oder in das Abendkleid schlüpfen und ab zur Aufführung! Oder ab auf das Sofa und die Oper von dort aus genießen? Ja, warum denn eigentlich nicht?! Passionierte Opernliebhaber, aber auch neugierige Laien haben seit dem 8. Mai…

  • Kultur

    Pädagogik im Theater

    Die Möglichkeiten, Kunst als pädagogisches Medium zu nutzen, sind längst entdeckt worden. Viele Museen und Theater vermitteln mittlerweile Lehre und Erziehung durch die Verbindung von Kunst und Pädagogik. Eines der Leitmotive der Theaterpädagogik ist die Ausbildung ästhetischer Kompetenzen – kurz gesagt, die Spielräume der Wahrnehmung und Gestaltung zu beleben, Möglichkeiten und Perspektiven aufzuzeigen. Der Dichter und Dramatiker Friedrich Schiller, der mit seinen Briefen „über die ästhetische Erziehung des Menschen“ schon das Bestreben zeigte, den Menschen durch „das Schöne und die Kunst“ in die Freiheit zu führen, wäre sicherlich auch heute ein Verfechter des pädagogischen Theaters.