Sprache

  • Allgemein,  Spaß,  Sprache

    Wortspiele – Mehr als nur Scrabble

    Jüngst fand wieder einmal die SPIEL, der größten Spielemesse der Welt, in Essen statt. Die Besucherzahlen zeigen seit Jahren, wie beliebt die edle Kunst des analogen Brettspielens bei Erwachsenen ist. Spielen ist beileibe nicht nur etwas für Kinder und wie kaum eine andere Tätigkeit geeignet, Menschen und Generationen zusammenzubringen. Das Weihnachtsfest allerdings kommt auch wieder so überrachschend wie immer. Anlass genug, einige Spiele zu betrachten, die Wörter als wesentliches Spielelement einsetzen. Die Spiele sind nicht immer brandaktuell, haben aber jedes für sich einen anderen Mechanismus, Sprache als spielerisches Element einzusetzen. Ein Gastbeitrag von Michael Kühnapfel

  • Spaß,  Sprache

    Fußball-ABC für Wiedereinsteiger

    Als Kind war ich großer Fußballfan. Ich habe nicht nur selbst gespielt, sondern auch gerne zugeschaut und das ein oder andere Spiel im Stadion gesehen. Als ich älter wurde, verschwand das Interesse für eine ganze Weile. Erst vor ein paar Jahren kam es wieder und der Fußball zog mich wieder in seinen Bann, wie ich es von damals kannte – manchmal ist es spannend zu sehen, wie man als Erwachsener zu den Dingen zurückkehrt, die einen als Kind so sehr begeistert haben. Als ich wieder anfing, Spiele im Fernsehen zu sehen, fiel mir auf, dass sich die Sprache, mit der über Fußball gesprochen wird, verändert hatte.

  • Philosophie,  Sprache

    Fechten, aber mit Worten – eristische Dialektik nach Arthur Schopenhauer

    Dem rhetorischen Säbelrasseln und dem akademischen Disput scheint seit alters her eine gewisse Magie innezuwohnen, die sich nicht auf systematisch angeleitete Wahrheitssuche im wissenschaftlichen Kontext restringieren lässt. Wenngleich gerade letztere in den meisten geisteswissenschaftlichen Studien eine ebenso erheiternde wie unerlässliche Praxis darstellt, so kann es gleichwohl niemandem zum Schaden gereichen, wenn er sich ergänzend auch mit der Kunst befasst, die einzig und allein der Überzeugung des Gegenübers und dem Bestehen von Meinungen im offenen Gespräch zugedacht ist. Eine solche Kunst, recht zu behalten, findet sich bei dem deutschen Philosophen Arthur Schopenhauer auch als eristische Dialektik – und zwar in der vor diesem Hintergrund verfassten und seinem Nachlass entstammenden Schrift, die…

  • Allgemein,  Kultur,  Literatur,  Philosophie,  Sprache

    Die geheimnisvolle Sprache der Fruchtbarkeitssymbole

    Der kritische Geist zeichnet den Menschen in seiner Einzigartigkeit aus. Durch die Auseinandersetzung mit existenziellen Fragen zum Leben und Tod, sowie das Hinterfragen der Bedeutung der ihn umgebenen Welt, bildeten sich im Laufe der Jahrtausende Glaubenssysteme, welche versuchen die Antworten zu diesen Fragen zu liefern. Innerhalb der Glaubenssysteme hat sich eine Sprache von Zeichen und Symbolen herausgebildet, welche bis heute besteht.

  • Politik,  Sprache

    Sprache und Perfektion – ein Plädoyer für mehr Nachsicht

    „I come here as a truly European by heart.“ So lautete eine von Annalena Baerbocks Aussagen während ihrer Antrittsrede in Brüssel als neue Außenministerin. Die Rede ging Baerbock gut über die Bühne, ihre Worte waren verständlich. Die Tage darauf hagelte es trotzdem Kritik, denn: „Oh Gott, dieser deutsche Akzent!“ „Die will ihr Masterstudium in England absolviert haben?“ „Klingt eher nach Hauptschulenglisch…“ Offenbar war Sprach-Deutschland nicht zufrieden. Doch wieso eigentlich? Wo liegt das Problem darin, dass eine deutsche Politikerin beim Englischsprechen einen deutschen Akzent aufweist?

  • Sprache

    Schlamassel, Gemauschel, Mischpoke – Antisemitismus oder jüdisches Erbe?

    „Jetzt aber mal Tacheles!“ – Es sind Ausdrücke wie diese, die ursprünglich aus dem Jiddischen stammen. Sie sind Teil unserer Alltagssprache geworden und werden oft in Form von Redewendungen verwendet. Das Wissen um ihren Ursprung ist jedoch nicht so verbreitet, wie man meinen könnte. Viele Begriffe wurden eingedeutscht und sind deshalb in ihrer Schreibweise nicht mehr klar als jiddisch erkennbar. Welche jiddischen Lehnwörter kennt das Deutsche und was bedeuten sie? Spielt die Wortwahl eine Rolle in unserem Umgang mit dem Judentum? Und wie steht es um den Antisemitismus? Kann er Spuren in der Sprache hinterlassen und diese weiter transportieren?

  • Kultur,  Literatur,  Sprache

    „Les rêveries du promeneur solitaire“ – Teil II

    Jean-Jaques Rousseau ist zweifellos einer der wesentlichen Autoren der Epoche der Aufklärung. Diese Rolle ist ihm zweifelsohne zuzuerkennen. Dabei suchte Rousseau in seinem Schaffen und Denken oftmals die Opposition zu seinen Zeitgenossen, was ihn als kritisch-reflektierten Gegenpol einer fortschrittsgewandten Gesellschaft charakterisiert. Neben seiner Kritik an dem Selbstverständnis der intellektuellen Elite und der Weiterentwicklung der hobbesschen Vertragstheorie, ist auch sein Einfluss auf die Erziehungspädagogik herauszustellen. Das aber wohl persönlichste Werk stellt Les rêveries du promeneur solitaire dar. (Teil I)

  • Kurzprosa,  Sprache

    Das i-Tüpfelchen

    Böse Zungen behaupten, dass dem Deutschen das Jammern in die Wiege gelegt sei und er über Generationen ein spezielles Hirnareal ausgebildet habe: den Jammerlappen. Wenn der Deutsche einmal doch den Gipfel der Glückseligkeit erreicht, so geschieht das nur im ganz Kleinen. Etwa mit dem Sahnehäubchen, der Kirche auf der Torte oder dem Tüpfelchen auf dem i. Gerade das i-Tüpfelchen hat mich seit frühester Kindheit beschäftigt. Allerdings nicht als rhetorisches Stilmittel – so hochbegabt war ich zum Leidwesen meiner Verwandtschaft auch wieder nicht. Sondern als Geschäftsname eines inzwischen verschwundenen Kurzwarenhändlers im ostwestfälischen Herford. Ich war noch ein Kindergartenkind und zählte die Minuten wie Stunden, in denen meine Mutter beim Kurzwarenhändler Stoffe…

  • Reisen,  Sprache

    Drei Wochen als Pfarrer in Eisenach haben meine Sprache verändert.

    Wenn ich zurückschaue, kommt es mir wie ein Traum vor. Vier Wochen lang war ich Stadtpfarrer in Eisenach und Pfarrer auf der Wartburg zu Eisenach. Die Burg gehört zur Annengemeinde in der Weststadt zusammen mit dem Ehrensteig und der Stiftung Annen, die von der Landgräfin Elisabeth gegründet wurde. Im Frühling 2021 hatte Corona das Land Thüringen noch fest im Griff. Es war kühl, oder sogar kalt für Monat März. Die Märzenbecher im Hainichen begannen spät zu blühen, aber dann um so reicher. Überall herrschte ein strenger Lock down. Die Geschäfte waren geschlossen, ebenso Gaststätten und Hotels. Nur die lebensnotwendigen Läden, wie Einkaufszentren, Lebensmittelläden und Bäckereien hatten geöffnet. Aber natürlich durften…

  • Kultur,  Musik,  Sprache

    Ein Teller voll Musik

    „Was hörst du dir denn da an?“, „Dieses Lied geht ja gar nicht!“, „Mach die Musik leiser!“, „Verstehst du den Text überhaupt?“, „Musik ohne Text kann ich absolut nicht ausstehen!“ Kommen euch Szenarien wie diese bekannt vor?  Nun ja, wie beim Essen sind Geschmäcker und Vorlieben auch in der Musik eben verschieden. Der eine dreht den Lautsprecher voll auf, der andere hat die Kopfhörer auf die leiseste Stufe eingestellt. Der eine hört grundsätzlich nur ein Genre oder einen Musiker, der andere hört eine ganze Palette an Musik. Ich zähle mich zu der letzteren Gruppe dazu. Wenn ich gefragt werde, was mein Musikgeschmack (ganz nebenbei handelt es sich bei „Musikgeschmack“ um…