• Allgemein

    Von Aufräummethoden und ihrer Sinnhaftigkeit

    Feiertag, Brückentag, Wochenende. Vier freie Tage – ich habe mir vorgenommen, die freie Zeit zu nutzen, um etwas Ordnung in meiner Wohnung zu schaffen und endlich mal richtig aufzuräumen. Nicht dass es sonderlich unordentlich wäre – nein, es geht vielmehr um die Dinge, die man schnell in Schränken verstaut, wenn man gerade nicht genug Zeit zum Aufräumen hat. Die häufen sich irgendwann an und verstecken sich dort. Aus den Augen, aus dem Sinn. Irgendwann fallen sie mir aber doch wieder ein und dann heißt es: Einmal alles wieder herauskramen, sortieren bzw. aussortieren und danach wieder geordnet in den Schränken verstauen.

  • Reisen

    Gran Canaria – Zwischen Dünen, Meer und Bergen

    Die südlich gelegene Insel der Kanaren ist vielfältiger, als man auf den ersten Blick meint. Während auf der einen Seite der Insel vulkanische Landschaften vorherrschen, ist die andere Seite grün und bewachsen. Tolle Aussichtspunkte über Berge oder Meer gibt es über die ganze Insel verteilt. Über enge (und teils steile) Bergstraßen gelangt man zu den Aussichtspunkten, die teils auch an Wanderstrecken geknüpft sind. Die Insel hat mich sehr positiv überrascht und beeindruckt – ein kurzer Bericht über zehn Tage Gran Canaria.

  • Politik,  Sprache

    Sprache und Perfektion – ein Plädoyer für mehr Nachsicht

    „I come here as a truly European by heart.“ So lautete eine von Annalena Baerbocks Aussagen während ihrer Antrittsrede in Brüssel als neue Außenministerin. Die Rede ging Baerbock gut über die Bühne, ihre Worte waren verständlich. Die Tage darauf hagelte es trotzdem Kritik, denn: „Oh Gott, dieser deutsche Akzent!“ „Die will ihr Masterstudium in England absolviert haben?“ „Klingt eher nach Hauptschulenglisch…“ Offenbar war Sprach-Deutschland nicht zufrieden. Doch wieso eigentlich? Wo liegt das Problem darin, dass eine deutsche Politikerin beim Englischsprechen einen deutschen Akzent aufweist?

  • Sprache

    Schlamassel, Gemauschel, Mischpoke – Antisemitismus oder jüdisches Erbe?

    „Jetzt aber mal Tacheles!“ – Es sind Ausdrücke wie diese, die ursprünglich aus dem Jiddischen stammen. Sie sind Teil unserer Alltagssprache geworden und werden oft in Form von Redewendungen verwendet. Das Wissen um ihren Ursprung ist jedoch nicht so verbreitet, wie man meinen könnte. Viele Begriffe wurden eingedeutscht und sind deshalb in ihrer Schreibweise nicht mehr klar als jiddisch erkennbar. Welche jiddischen Lehnwörter kennt das Deutsche und was bedeuten sie? Spielt die Wortwahl eine Rolle in unserem Umgang mit dem Judentum? Und wie steht es um den Antisemitismus? Kann er Spuren in der Sprache hinterlassen und diese weiter transportieren?

  • Sprache

    Religion und Sprache: Die Bibel und ihre nie endende Übersetzungsfrage

    Theologie ist immer an Sprache gebunden. Wer die christliche Religion untersucht, kann dies nicht losgelöst von Sprache tun. Dies gründet allein schon in der Tatsache, dass die Rede Jesu mündlich tradiert und übersetzt wurde, und letztlich in einer Sprache, die nicht die Ursprungssprache war, erstmalig zu ihrer Verschriftlichung fand. Die ersten verschriftlichten Texte wurden abermals übersetzt und umformuliert. Unzählige Bibelübersetzungen sind in den vergangenen zwei Jahrtausenden entstanden, sodass es heutzutage nahezu unmöglich erscheint, die Urtexte zu rekonstruieren. Die Frage danach ist aber dennoch wichtig – denn eine Übersetzung kann deutlich besser in ihrer Aussageabsicht verstanden werden, wenn das Verhältnis zum Urtext geklärt ist.

  • Sprache

    Linguistische Lücken

    Jeder kennt das Gefühl, nicht die richtigen Worte zu finden, um das auszudrücken, was man eigentlich gern ausdrücken möchte. Selbst in der Muttersprache kommt dies immer mal wieder vor, egal wie groß der eigene Wortschatz auch sein mag. Interessant wird es, wenn man verschiedene Sprachen spricht und plötzlich merkt: Das, was ich in der einen Sprache formulieren kann, kann ich in einer anderen nicht vergleichbar verbalisieren. Mitunter mag das einfach am fehlenden Wortschatz liegen, insofern es sich um eine Fremdsprache handelt. Genauso gibt es aber gewisse Begriffe, die nur in bestimmten Sprachen leben – Begriffe, für die in anderen Sprachen keine Übersetzung mit einem identischen Bedeutungshorizont existiert. Inwiefern solche sprachlichen…

  • Literatur,  Philosophie,  Rezensionen

    „Von der Kürze des Lebens“

    “Alles eine Frage der Perspektive”, würde der Philosoph Seneca heute vermutlich sagen, wenn man sich beschwerte, dass das Leben zu kurz sei. Entgegen der Auffassung vieler, die sich darüber beklagen, wie schnell die Zeit doch vergehe, vertritt Seneca in seinem Werk “Von der Kürze des Lebens” eine andere Ansicht: nämlich die, dass es nicht zu wenig Zeit ist, die wir haben – sondern dass wir zu verschwenderisch damit umgehen. Das Leben sei lang genug, schreibt er, und reichlich bemessen auch für die allergrößten Unternehmungen – wenn es nur insgesamt gut angelegt werde. Auf knappen 60 Seiten geht es in diesem Werk um die Frage, aus welchem Blickwinkel man auf das…

  • Allgemein

    In der Vergangenheit wühlen

    Wer kennt es nicht? Man hört ein Musikstück und fühlt sich plötzlich an eine Zeit oder an einen Moment zurückerinnert. Lieder können mit bestimmten Lebensphasen verknüpft sein, oder mit Erinnerungen an vergangene Erlebnisse. Oft ist das der Fall, wenn man die entsprechende Musik über einen längeren Zeitraum sehr regelmäßig gehört hat. Aber auch das Gegenteil kann vorkommen: Wenn ein Lied einen besonders außergewöhnlichen Moment begleitet, kann sich die Verknüpfung von Musik und Erlebtem so einprägen, dass wir gar nicht anders können als beim Hören des Liedes an den Moment zurückzudenken. Dafür müssen wir das Lied nicht einmal vorher gekannt haben.

  • Allgemein,  Kultur,  Literatur

    Perspektiven aufs Alleinsein

    “Zuhause bleiben!” heißt es nun seit fast zwei Monaten. Für viele von uns bedeutet das einen erheblichen Rückgang an sozialen Kontakten. Manch einer mag auf digitale Kommunikation zurückgreifen, anderen hingegen reicht der Kontakt zur Familie oder zu den Mitbewohnern. Fest steht: Wir alle verbringen momentan sehr viel mehr Zeit mit uns selbst, als wir es vermutlich sonst tun würden. Damit kommt aber nicht jeder gleich gut klar – während einige vielleicht sogar den Rückzug und die Ruhe genießen, entsteht bei anderen das Gefühl von Einsamkeit. So verschieden die Auswirkungen der aktuellen Situation sein mögen, so verschieden sind auch die Sichtweisen auf das Alleinsein und den Umgang mit selbigem.

  • Kultur

    Von der Kunst, Vielfalt und Widersprüche auszuhalten

    “Heutzutage hat man ja so viele Möglichkeiten”, heißt es oft. Vielfalt wartet überall auf uns und erschwert uns die Entscheidungen, die wir treffen müssen: Welche Serie schaue ich? Wo kaufe ich meine Kleidung? Welchen Studiengang wähle ich? Oder doch lieber eine Ausbildung? Welche Partei wähle ich? In welchem Supermarkt kaufe ich ein? Schwieriger noch: Für welches Produkt entscheide ich mich? Alles gibt es doppelt und dreifach – der Inhalt ist meist identisch, bloß der Hersteller variiert. Egal wohin man schaut, Vielfalt scheint uns in allen Bereichen des Lebens zu begegnen. Verwunderlich ist das angesichts unserer kapitalistischen Konsumgesellschaft natürlich nicht. Ob die Vielfalt jedoch eine tatsächliche Vielfalt ist, oder ob es…